The Greek Library Author

Eusebius of Caesarea

Contra Marcellum

Author namesEusèbe de Césarée · Eusebe de Cesaree · Eusebius of Caesarea · Eusebius Caesariensis

Edition reference
Eusebius Werke. Vierter Band: Gegen Marcell. Über die kirchliche Theologie. Die Fragmente Marcells · Leipzig · J. C. Hinrichs · 1906
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urn:cts:greekLit:tlg2018.tlg007.local001
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2.2.0 · 2026-08-29
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Einleitung

εἰ μὲν οὖν αὐταρκῶς ἔχει τὰ γραφέντα, κρίνειας ἂν αὐτὸς ἐντυγχάνων· εἰ δέ τινα λείποι, καὶ ταῦτα ἂν ἀναπληρώσειας, δηλαδὴ ἀδελφὸς ἀδελφοῦ τὰ ὑστερήματα, εἴπου καὶ θεραπείας δέοιτο, δι’ ἐπανορθώσεως ἐξιώμενος.

Euseb. ep. ad Flacillum.

Verfasser und Zeit der beiden Schriften

Zweifellos rühren die zwei Schriften κατὰ Μαρκέλλου (S. 1, 2) ἐκκλησιαστικὴ θεολογία (S. 98, 13f vgl. 60, 16f 62, 10. 18)Die Bucheinteilung der Schriften stammt sicher von ihrem Verfasser (vgl. S. 60,6.9), von der Einteilung in Capitel und deren Inhaltsangaben ist das nicht gewiß. von einem und demselben Verfasser her. Nicht nur bringen beide z. Τ. identische Excerpte aus Marcell, sondern die Verwandtschaft erstreckt sich auch auf den Wortlaut der eigenen SätzeVgl. S. 42, 24. 32 mit S. 107, 23. 31..

Daß aber hier nicht etwa ein jüngerer Autor einen älteren benutzt, beweisen aufs deutlichste die Stellen:

S. 60, 3—10: εἰ πρὸς τὴν ἀδόλεσχον καὶ πολυεπῆ Μαρκέλλου γραφὴν τὰ παρ’ ἡμῶν ἐν βραχέσιν ἤρκεσεν, οὐ χρὴ θαυμάζειν· οὐ γὰρ δὴ πολλῶν ἔδει λόγων πρὸς ἀνατροπὴν τῶν αὐτόθεν καὶ τοῖς τυχοῦσιν κατεγνωσμένων. διὸ δὴ ἐν δυσὶ τοῖς πρώτοις μόνῃ τῇ παραθέσει τῶν τοῦ ἀνδρὸς ῥημάτων χρησάμενος δίχα πάσης ἀντιρρήσεως ἐξ αὐτῶν τὸν κατ’ αὐτῶν ἔλεγχον φανερὸν ἐποιούμην. νυνὶ δὲ πρὸς ἐκείνῃ τῇ φῶρα καὶ τὴν ἀνατροπὴν τῶν αὐτῶν διὰ τριῶν τῶν μετὰ χεῖρας προσήγαγον.

S. 62, 5—21: ἐγὼ μὲν ᾤμην ἐξαρκεῖν τὰς τῶν αὐτοῦ Μαρκέλλου φωνῶν παραθέσεις, ἃς διὰ τῶν ἔμπροσθεν ἀνελεξάμην, πρὸς τὸν καθ’ ἑαυτῶν ἔλεγχον. οὕτω γὰρ προφανῆ καὶ ἀδιάτρεπτον τὴν ἄρνησιν τοῦ υἱοῦ τοῦ θεοῦ περιεῖχον, ὡς καὶ δίχα πάσης ἀντιρρήσεως τοῖς τῆς ἐκκλησίας τοῦ θεοῦ τροφίμοις φευκτὸν εἶναι τὸν ἐν αὐτοῖς λόγον. ἐπεὶ δὲ διεσκεψάμην, μήποτ’ ἄρα τινὲς τῆς ἐκκλησιαστικῆς θεολογίας ὑποσυρεῖεν τῇ πολλῇ παραθέσει, ᾖ κέχρηται ὁ ἀνὴρ εἰς πίστωσιν ὧν ᾤετο αὐτῷ συμβαλεῖοθαι, καὶ τούτων ἔκρινα δεῖν ἐπὶ τοῦ παρόντος τὸν ἔλεγχον ἐκφῆναι, ὡς ἂν μάθοι πᾶς ὅτι μηδὲ εἷς αὐτῷ λόγος τῆς ἐνθέου γραφῆς ἀρνουμένῳ τὸν υἱὸν τοῦ θεοῦ συνῳδὸν παρείχετο μαρτυρίαν..... συνάψω δὲ κατὰ τὸ αὐτὸ τῇ τούτων φῶρα τὴν τοῦ σωτῆρος ἡμῶν θεολογίαν, νεώτερον μὲν λέγειν ἔχων οὐδένWenn Zahn (Marcellus von Antiochien, 1867, S. 48) schreibt: »Das Versprechen aber, in diesen Büchern nichts Neues sagen zu wollen, hat Euseb wirklich gehalten«, so scheint er das νεώτερον als im Verhältnis zu den zwei Büchern κατὰ Μαρκέλλου gemeint zu verstehen, während es doch wohl im Vergleich zu dem gelten soll, was die Kirche von alters her gelehrt hat., οὐ ἐμαυτοῦ σοφόν τι καὶ οἰκεῖον εὕρεμα, τῆς δ’ ἐκκλησίας τοῦ θεοῦ τὴν ἀδιάφθορον διδασκαλίαν προϊοχόμενος, ἣν παρὰ τῶν αὐτοπτῶν καὶ αὐτηκόων τοῦ λόγου ἄνωθεν ἐξ ἀρχῆς παραλαβοῦσα φυλάττει.

S. 165, 12 — 14: ἤδη δὲ διὰ τῆς πρὸ τούτου γραφῆς τὰ περὶ τούτων τοῦ Μαρκέλλου φωνὰς παραθέμενος, λόγου συμμετρίας φειδόμενος, τῇ αὐτῶν ἐκείνων ἀρκεσθήσομαι μαρτυρίᾳ (bezieht sich auf c. Marc. II, 3).

Ist demnach der Verfasser von de ecclesiastica theologia notwendig identisch mit dem von contra Marcellum, so ist für beide der Eusebius als Autor anzusehn, der sich in der Zuschrift des Briefes an Flacillus von Antiochien als solcher bekennt, vgl. S. 60, 1 — 2:

τῷ τιμιωτάτῳ καὶ ἀγαπητῷ συλλειτουργῷ Φλακίλλῳ Εὐσεβίος ἐν κυρίῳ χαίρειν.

Nun bezeichnet aber die einzige selbständige HandschriftVgl. S. XVI ff. unserer beiden Werke, der cod. Venetus Marc. gr. 496, auf fol. 29v die beiden Bücher contra Marcellum ausdrücklich als Eigentum

Εὐσεβίου τοῦ Παμφίλου τῶν κατὰ Μαρκέλλου τοῦ Ἀγκύρας ἐπισκόπου (S. 1, 1 — 3)Die sonst noch von Conybeare ZNTW 1903 S. 330 angeführten Unter- und Überschriften steh η nicht in V..

Kein Zweifel, daß sie auch die drei folgenden Bücher de ecclesiastica theologia demselben zuschreibt. Und damit stimmt das Zeugnis des SocratesConybeare ZNTW 1903 S. 330 möchte die Überschrift des Venetus auf Socrates’ Einfluß zurückführen, um nur einem eugnis gegenüber zu stehn. Socrates selbst aber habe den Autor nicht überliefert erhalten, sondern erst selbst aus der Inschrift des Briefes an Flacillus fälschlich auf Eusebius von Caesarea geschlossen (ZNTW 1905 S. 264 f). Es ist jedoch nicht gerade wahrscheinlich, daß Socrates, wo ihm daran lag Eusehius Pamphili zu verteidigen, sich dabei auf andere als auf anerkannt echte Eusebiusschriften zu berufen versucht hat. für die ihm allein bekannten letzten drei Bücher überein, vgl. h. e. 1, 36: ἀλλὰ τοῦτο μὲν τὸ σύγγραμμα (Marcells) Εὐσέβιος ἐν τρισὶ βιβλίοις ἀνέτρεψεν, ἐξελέγξας τὴν κακοδοξίαν αὐτοῦ

und 2, 21, wo nach dem Zusammenhang nur von Eusebius Pamphili die Rede sein kann:

ἐπάκουσον οἱα Εὐσέβιος περὶ τούτου ἐν τῷ πρώτῳ βιβλίῳ τῷ (1. τῶν?) πρὸς Μάρκελλον κατὰ λέξιν φησίν .... τοιαῦτα μὲν καὶ ἕτερα πλείονα ὁ Παμφίλου (om. FM) Εὐσέβιος ἐν τῷ πρώτω, λόγῳ τῶ (l. τῶν?) πρὸς Μἀρκελλόν φηοιν. καὶ ἐν τρίτῳ δὲ ὁ αὐτὸς . . . . . τοιαῦτα μὲν ὁ Εὐσεβίος ἐν τοῖς πρὸς Μάρκελλον διέξεισιν (vgl. S. 67, 2 ff. 68, 8 ff. 140, 5 5ff.).

Einen dritten Beweis hat Montacutius in seiner Ausgabe beizubringen gesucht (Note zu p. 1). Von der Synode zu Sardica heisse es (Athan. apol. 47):

ἀνεγνώσθη δὲ καὶ τὸ σύγγραμμα τοῦ συλλειτουργοῦ Μαρκέλλου, καὶ εὑρέθη τῶν περὶ Εὐσέβιον ἡ κακοτεχνία. ἃ γὰρ ὡς ζητῶν ὁ Μάρκελλος εἴρηκε, ταῦτα ὡς ὁμολογούμενα διαβεβλήκασιν.

Und »obierat tunc Eusebius uterque, Nicomediensis et Caesariensis, κακοτεχνία in scriptis fuit. Ille alastor Nicomediensis nihil scripsit in hoc genere, scripsit autem Caesariensis.

Das ist freilich nicht zwingend. Aber auf Grund der beiden ersten Instanzen hat man trotz des Schweigens der Hieronymus, Epiphanius und Photius von Montacutius an bis auf Zahn nicht an der Autorschaft des Caesareensers gezweifelt, sondern die fünf Bücher Darstellung seiner Theologie benutzt, ohne Unzuträglichkeiten zu Erst Conybeare hat sie ganz neuerdings mit energischer Einseitigkeit bestrittenA. a. Ο..

Conybeares Gründe sind erstens chronologische. Er hält nämlich für sicher, baß in den Büchern contra Marcellum des Marcell an Julius vom Herbst 340 (vgl. Marcellfr. Nr. 129), auf dessen Eindruck auf die römische Synode vom Ende 340, ja sogar das Schreiben des Julius an die Synode von Antiochien (vom Dezember 340) Rücksicht genommen werde. Danach können die Marcellmn frühestens aus dem Anfang des Jahres 341 stammenDazu passe, daß von dem im Januar 341 gestorbenen Eusebius von gesprochen werde, als sei er nicht mehr am Leben gewesen.. etwas spätere Schrift de ecclesiastica theologia müsse aber, weil Herbst 343 nicht mehr lebenden Flacillus gewidmet, spätestens auf gesetzt werden. Für beide komme also der 338/39 gestorbene von Caesarea als Verfasser nicht in Betracht; und so werde, da ein Eusebius nötig sei, und wegen der Widmung an Flacillus, von Emesa als Autor anzusehn seinAlso ähnlich, wie bei den beiden Eusebius von Caesarea zugeschriebenen Homilien gegen Marcell, vgl. Harnack LG, I, 2, 584 f. (ZNTW 1903 S. 330–333 S. 250–259. 265).

Aber selbst wenn man die Datierungen Conybeares zunächst annimmtDagegen hält z. B. Harnack LG, II, 2 S. 544 f. die Gründe für denen Caspari den Brief Marcells auf 337/38 datiert hat., bleibt seine wichtigste Aufstellung unerwiesen, nämlich die, daß der Verfasser von contra Marcellum den Brief Marcells Julius anführe. Sein erster Beweis dafür (ZNTW 1903 S 330 verfehlt; denn die Worte (S. 18, 14 f): ἄρξομαι τοίνυν ἀπὸ τῆς ὑπ’ αὐτοῦ γραφείσης ἐπιστολῆς πρὸς ἕκαστον τῶν μὴ ὀρθῶς γραφέντων ἀντιλέγειν sind gar nicht Worte des Verfassers von contra Marcellum über einen Brief Marcells, sondern hier spricht Marcell selbst über einen Brief des AsteriusVgl. Harnack a. a. Ο. und meine Ausgabe zu S. 18, 14ff. Conybeare denn auch in ZNTW 1905 S. 250 f diese Instanz zurückgezogen.. Aber auch die weitere Stelle (S. 31, 22 22ff): τὴν τοῦ Γαλάτου πίστιν, ἢ καὶ μᾶλλον τὴν ἀπιστίαν τὴν εἰς τὸν υἱὸν τοῦ θεοῦ, καιρὸς ἤδη καλεῖ . . . εἰς φῶς ἀγαγεῖν, καὶ τὴν χρόνοις μακροῖς ἐνδομυχήσασαν τῴ ἀνδρὶ κακοδοξίαν βραχὺ περιελθόντας τοῦ τῆς ἐπιστολῆς προσχήματος ἀπογυμνῶσαι, so gewiß sie auf einen Brief Marcells geht meint doch sicher den Rechtfertigungsbrief, den er am Ende seines römischen Aufenthalts an Julius verfaßte. Im Gegenteil, es wäre unser Verfasser, der sonst immer nur mit einer Schrift Marcells zutun hat (S. 1,14. 2,10. 60,10), hier ein weiteres Schriftstück von ihm einführte und das mit einer so ungenügenden Bezeichnung wie ἡ Man wird die Möglichkeit nicht von der Hand weisen können ZNTW 1905 S. 255), daß unser Verfasser hier entweder dieselbe Marcells, die er sonst γράμμα, γραφή oder σύγγραμμα nennt, als ἐπιστολή bezeichnetDas konnte er, da sie Konstantin anredete, vgl. S. 190, 15. 212, 20 (auch 186, 21. 194, 17. usw.? vgl. Register Β unter σύ)., oder vielleicht einen einleitenden Dedicationsbrief an KonstantinVgl. S. 58, 20 und Zahn a. a. Ο. S. 46; er hätte dann etwa die gegen den Kaiser (S. 58, 6 f. 21) und die Aufforderung, die Schrift zu lesen (S. 58, 20) enthalten, nebst einer Betonung von Marcells Rechtgläubigkeit, gegen die nun unser Autor S. 31, 26 ff richtet..

Daß ferner Sätze wie S. 58. 14 ff:

μάλιστα δέ μοι ἀναγκαῖον ἡγοῦμαι γεγενῆσθαι τὸ γράμμα διὰ τοὺς ἠδικῆσθαι τὸν ἄνδρα νενομικότας κτλ. (vgl. S. 80, 18. 136, 32) erst unter dem Eindruck der officiellen Stellungnahme Roms Ende 340 möglich geworden seien, daß also füher kein Anlaß

ἐπὶ τὴν μετὰ χεῖρα ἐξέτασιν προελθεῖν κατηνάγκασεν, ὁμοῦ καὶ τοῖς δόξασιν τῇ ἁγίᾳ συνόδω, παρισταμένους, ὁμοῦ καὶ τοῖς συλλειτοθργοῖς προστάξασιν τοῦτο πρᾶξαι τὸ ἱκανὸν ποιουμένους (S. 58, 11ff). ist gar nicht bewiesenSagt doch Julius selbst in seinem Brief an Danius etc. (Athan. apol. 23): Ἀθανάσιος δὲ καὶ Μάρκελλος οἱ ἐπίσκοποι πλείονας ἔχουσι τοὺς ὑπὲρ ἑαυτῶν λέγοντας καὶ γράφοντας.. Ebensowenig muß S. 31, 24 f: τὴν χρόνοις μακροῖς ἐνδομυχήσασαν τῷ ἀνδρὶ κακοδοξίαν (vgl. S. 58, 17 f) eine directe Anspielung auf Julius’ Worte (vgl. Athan. apol. c. καὶ οὐ νῦν ταῦτα πεφρονηκέναι διεβεβαιώσατο ἀλλὰ καὶ ἔκπαλαι bedeuten. Warum soll der Ausdruck nicht ohne jede solche Beziehung aus der Sache selbst erwachsen seinDaß endlich wegen S. 19, 8ff, (τὸν μέγαν Εὐσέβιον, οἱ τῆς πλεῖσται καὶ διαφανεῖς ἐπαρχίαι τε καὶ πόλεις μετεποιήθησαν, vgl. auch S. 17,33 f) Eusebius von Nicomedien als bereits verstorben zu denken sei, scheint durch Conybeare noch nicht ausgemacht (ZNTW 1905 S. 258 f).?

Eine Reihe weiterer Gründe Conybeares, die man wohl als bezeichnen kann, überzeugt ebensowenig. Wenn in unseren Büchern (vgl. z. B. S. 3, 22 ff) die Trinitätslehre Platz einnimmt als sonst bei Eusebius von Caesarea (ZNTW 1903 S. 333, 1905 S. 260 f) — ist denn das System dieses Mannes klarVgl. Zahn a. a. Ο. S. 36 f. und uns bekannt genug, daß wir wirklich bestimmen könnten, sich in Bezug auf die τριάς in jedem Fall ausdrücken mußte und wie nicht? Und wenn unsere Bücher geradezu wie eine Verteidigung den Ἀρειανός Asterius aussehn (ZNTW 1905 S. 261)Über die Formel πατέρα ἀληθῶς πατέρα κτλ. vgl. ZNTW 1903 S. 333 f, 1905 S. 251—254 und S. XVf. spricht das wirklich gegen Eusebius von Caesarea? Ja, mußte nicht notwendig Polemik gegen Marcells Schrift zugleich auch eine Rechtfertigung des Asterius werden?

Am ersten Hesse sich über die stilistischen Gründe redenWeil »argument from style are apt to be illusive« (ZNTW 1905 S. 266), verzichte ich auf den Versuch, im Wortschatz usw. unserer Schriften die Parallelen zu dem anerkannten Eusebius Pamphili festzustellen. Die Register bieten den Stoff dazu.. Freilich gehört es wohl nicht zu den beweisbaren Dingen, er meint, eine so erbitterte Polemik passe überhaupt nicht zu dem milden Eusebius von Caesarea, und der Stil unserer Bücher weiche sehr von dem des »Leben Konstantins« ab, daß ein und derselbe Mann der Verfasser beider sein könne. Vom Stil Eusebius von Emesa wissen wir allerdings so gut wie nichtsUnd eine Schrift gegen Marcell ist für diesen noch weniger bezeugt für den Caesareenser, während Hieronymus de vir. ill. c. 86 u. 91 doch Anlaß genug hatte, ihn zu nennen..

Aber zwei Einzelheiten sind wohl auffälligWenn die Vita Constantini für Konstantinopel ἡ βασιλέως (oder ἐπώνυμος πόλις, ἡ αὐτοῦ πόλις usw., für Rom ἧ βασιλεύουσα (oder βασιλὶς) sagt, so folgt daraus noch nicht die Unechtheit von contra Marcellum, wo Konstantinopel S. 58, 8 ἧ βασιλικὴ πόλις heißt. Warum soll Eusebius Pamphili um 338 nicht so haben sagen können (der doch wenigstens ἧ αὐτοῦ πόλις wenn sein Schüler Eusebius von Emesa es um 341 ohne Anstoß konnte?. Einmal nämlich, unser Verfasser in demselben Zusammenhang von sich in erster und von Eusebius von Caesarea in dritter Person spricht, z.B. S. 17, bis is, θήσω δὲ πρῶτα δι’ ὣν τοῖς ὀρθῶς καὶ ἐκκλησιαστικῶς γραφεῖσιν ἀντιλέγειν πειρᾶται διαβάλλων τοὺς γράψαντας .... ἄρτι μὲν γὰρ πρὸς Ἀστέριον τὴν ἀντίρρησιν ποιεῖται, ἄρτι δὲ πρὸς Εὐσέβιον τὸν μέγαν. καὶ ἔπειτα ἐπὶ τὸν τοῦ θεοῦ ἄνθρωπον . . . Παυλῖνον . . . καὶ ἐκ τούτου μεταβὰς Ὠριγένει πολεμεῖ . . . ἔπειτα Ναρκίσσῳ ἐπιστρατεύεται καὶ τὸν ἕτερον Εὐσέβιον διώκειDaß er sich nicht zu den von Marcell Angegriffenen zähle, S. 62, 27 ff: τὸ μὲν γὰρ τοὺς τοῦ θεοῦ λειτουργοὺς πρὸς αὐτοῦ διαβεβλῆσθαι . . . εἴχετό τινος εἰκότος Übrigens ist w. e. seh. Eusebius von Nicomedien nur S. 17, 33. 19, 9. 20, 30 gemeint, an allen andern Stellen von S. 26, 11 ab scheint Εὐσεβίος den von Caesarea zu bezeichnen. Das allein entspricht der Ankündigung S. 18, 10. Gewiß muß S. 26, 28 ff von dem gleichen Eusebius die Rede sein, wie S. 27, ff (Zahn a. a. O. S. 43 Anm. 4); aber eben deshalb muß beide Male Caesareenser gemeint sein, denn S. 27, 14ff ist er es sicher (vgl. zu S. 27, 24 f: S. 29, 30. 30, 20 f)..

Ein solcher Wechsel in der Selbstbezeichnung wäre nach eine literarische Unmöglichkeit (ZNTW 1903 S. 332 f, S. 261—264). Aber man wird doch HarnackLG II, 2, 545. darin beipflichten müssen, daß »Eusebius hier mehrere Bischöfe, die Marcell angegriffen digt, und es daher nahe lag, daß er in diesem Zusammenhang von sich der dritten Person sprach«. Sodann ist es zweifellos auffällig, Autor von contra Marcellum entgegen der Gewohnheit des Eusebius von Caesarea den textus receptus von Matth. 28, 19 benutzt (S. 3, 7. 8, 21, vgl. ZNTW 1903 S. 333, 1905 S. 266 f. 252 ff). Aber diese Tatsache verliert bedeutend an Gewicht dadurch, daß doch noch eine bestbezeugte Schrift des Eusebius dieselbe Eigentümlichkeit nämlich sein nach dem Concil von isicaea 325 an die Gemeinde Caesarea geschriebener Brief, dessen Hauptstelle lautet (Hahn a. a. O. S. 257 f): πιστεύομεν εἰς ἕνα θεόν, πατέρα παντοκράτορα τὸν τῶν ὁρατῶν τε καὶ ἀοράτων ποιητήν. καὶ εἰς ἕνα κύριον Ἰησοῦν Χριστόν, τὸν τοῦ θεοῦ λόγον, θεὸν ἐκ θεοῦ, φῶς ἐκ φωτός, ζωὴν ἐκ ζωῆς, υἱὸν μονογενῆ . . . . . . . . . πιστεύομεν καὶ εἰς ὲν πνεῦμα ἄγιον. τούτων ἕκαστον εἶναι καὶ ὑπάρχειν πιστεύοντες πατέρα ἀληθῶς πατέρα καὶ υἱὸν ἀληθῶς υἱὸν καὶ πνεῦμα ἅγιον ἀληθῶς πνεῦμα ἅγιον, καθὼς καὶ ὁ κύριος ἡμῶν ἀποστέλλων εἰς τὸ κήρυγμα τοὺς ἑαυτοῦ μαθητὰς εἶπε· »πορευθέντες μαθητεύσατε πάντα τὰ ἔθνη, βαπτίζοντες αὐτοὺς εἰς τὸ ὄνομα τοῦ πατρὸς καὶ τοῦ υἱοῦ καὶ τοῦ ἁγίου πνεύματος«.

Conybeare muß also auch den ganzen gut überlieferten Brief doch wenigstens den Schluß von τούτων ἕκαστον an dem Eusebius Caesarea absprechen. Er tut das freilich um so lieber, als auch die Worte πατέρα ἀληθῶς πατέρα καὶ υἱὸν ἀληθῶς υἱὸν κτλ. seine schwersten Bedenken erregen. Diese Formeln nämlich gehören nach ihm dem Asterius (vgl. Marcellfr. Nr. 65 = Re 59 a. Ε.)ZNTW 1905 S. 251. und dem Eusebius von Nicomedien, und sind dann zusammen mit dem textus receptus von Matth. 28, 19 auch in die zweite, sogenannte lucianische Formel der antiochenischen Synode von 341 gelangtVgl. Hahn a. a. Ο. S. 185.. Dieses arianische Schibboleth könne man aber dem Eusebius von Caesarea nicht zutrauenSie sollen in sein Glaubensbekenntnis nicht passen, »for in the second clause of his creed that father gave prominence not to the Son but to the Word«. Aber der Begrifi: υἱὸν μονογενῆ hat in ihm doch auch seine Stelle, so daß das υἱὸν ἀληθῶς υἱὸν durchaus anschließt.. Also der Schlußpassus seines angeführten Briefes für contra Marcellum gerade auch wegen der mit jenem Briefstück übereinstimmenden Worte S. 18, 30 ff ταῦτα ὁ Μάρκελλος πρὸς Ἀστέριον, οὐκ ἀρεσκόμενος τῷ τὸν πατέρα δεῖν ἀληθῶς πατέρα εἶναι ὁμολογεῖν καὶ τὸν υἱὸν ἀληθῶς υἱὸν καὶ τὸ ἅγιον πνεῦμα ὡσαύτως (vgl. auch S. 4, 10. 12 u. ö.) für nicht von Eusebius Pamphili stammend anzusehn.

Die Kühnheit dieser ganzen Kritik wird es gerechtfertigt lassen, wenn ich auf den Titel der Ausgabe noch ohne Fragezeichen gesetzt habe: Eusebius’ Werke IV. Band.

Handschriften

Einzige Text quelle ist, wie schon Gaisford und ZahnVgl. Eusebii Pamphili contra Hieroclem et Marcellum libri. ed. Th. Gsisford Oxonii 1852 p. III; Zahn a, a. Ο. S. 5, Anm. 3. Rettberg in den Annales literar. Helmstadtienses 1787 (vgl. Hamack LG I, 2, 581) war mir unzugänglich. wußten, die Handschrift in Venedig, die von ersterem, wohl nach Th. Heyse, folgendermaßen beschrieben wird:

Cod. Marcianus 496. membranaceus saec. X, forma quadrata, δίστοιχος, versibus quadragenis binis, iisque litterarum fere tricenarum. Diligenter recognovit et jure suo potius quam ad alterius exempli fidem textum saepe emendavit docta manus saec. XVI. forsan Francisci Turiani, quem scimus hoc opus in MS. legisseVgl. die erste Note in Montacutius’ Ausgabe., vel etiam primi editoris. Nam hunc ipsum codicem editionum πρωτότυπον esse plane perspicitur ex lacunis p. 52 et 53. Tit. in indice libri: Εὐσεβίου τοῦ Παμφίλου λόγοι β΄ Μάρκελλον τὸν Γαλάτην ἐξ αὐτῶν τῶν ἐκείνῳ συγγεγραμμένων· καὶ ἕτεροι τοῦ αὐτοῦ Εὐσεβίου λόγοι γ΄ ἀνατρέποντες τὰ Μαρκέλλου.

Es steht mit der Überlieferung der beiden Eusebiusschriften also ganz entsprechend wie mit der der drei Βücher des Theophilus Antiochien an AutolycusVgl. v.Otto Corp. Apol. VIII p. XVIII; Harnack TU I, 1,78. LG 1,2, 496 f. und des Dialogs des AdamantiusEd. von de Sande Bakhuyzen 1901 S. XXVI ff; doch hat dieser die Sachlage nicht erkannt, sondern erst Koetschau ThLZ 1901, 475ff; vgl. GGA 1905 S. 674 Anm. 1..

Dieweiteren bisher bekannt gewordenen Handschriften sind sämtlich sehr jung und offenbar direkt oder indirekt aus der venezianischen hergeleitetAls Beweis genügt eben, daß sie alle an den im Venetus erst zerstörten Stellen (vgl. S. 54 f der Ausgabe und die Nachträge dazu) Lücken lassen oder falsch ergänzen, vgl. Gaisfords Worte u.. Von den beiden Codices Bodleiani auct. Ε. Ι. 10 (früher 2276?) und E. I. 11 sagt bereits GaisfordA. a. Ο. p. IV.: quum recentes sint admodum et proculdubio e Veneto derivati, eos in consilium perraro adhibui.

Der hierbei an zweiter Stelle genannte Codex, früher Bodl. Gr. misc. (noch früher NE. B. 6. 8 [2040] Bodl. 211) ist eine seit 1604 in Bodleiana befindliche, im Jahre 1543 von Georgios Tryphon Epidaurius geschriebene Papierhandschrift. Auch HarnackLG I, 2, 497, vgl. auch v. Otto a. a. Ο. S. XVIII ff. erklärt sie, was den Text des Theophilus anlangt, für eine bloße Abschrift aus Die Bedenken, die van de Sande Bakhuyzen für den Text des Adamautius äussertA. a. Ο. S. XXX f., machen nichts aus; denn wenn Bodl. auct. Ε. I. 11 auch nur »Abschrift einer revidierten Abschrift« des Venetus wäre, so einer auf Grund unabhängigen handschriftlichen Materials revidierten.

Eine vierte Handschrift ist der cod. Vaticanus gr. 1089 chart. saec. XVI — so sicher nach einer Nachricht Mercatis, nicht saec. XIV, wie van de Sande Bakhuyzen angibtA. a. Ο. S. XXVII f.. Des letzteren Vermutung aber, daß Handschrift »wahrscheinlich eine Abschrift« der venezianischen ist, steht auch in Bezug auf unseren Text zu Recht.

Als fünfte käme eine Handschrift der Nationalbibliothek zu Paris, cod. Paris, gr. 949 (nicht 969, früher Reg. 2985, 2) chart, 1581 Pantaleon Mamukas von Chios geschriebenVgl. Omont, Inventaire sommaire etc. Ι, 182, auch Catal. Par. Reg. II, 185. Zu dem Schreiber Gardthausen, Griechische Palaeographie S. 335..

Eine sechste Handschrift »adscriptis etiam ex alio codice emendationibus [Excerpta ex iis in Roeskri Bibl. PP. Τ. V. p. 282sq.]« besaß einst Thomas GaleVgl. Fabricius-Harles, Bibliotheca graeca VIl, 395 u. Catal. codd. Angliae et Hibern. II p. 186 Nr. 5888.. Dies ist wahrscheinlich der jetzige cod. Cantabrigiensis Trinity College O. 4. 41, enthaltend neben dem 1613 von Petrus Goldmannus Scotus in der Bodleiana abgeschriebenen Adamantius auch die beiden Eusebiusschriften mit dem Datum »Prid. non. Mart. 1695 (nach einer Mitteilung von Swete). In bezug auf den Adamantius ist die Handschrift erwiesenermaßen nur eine Copie des Bodleianus Ε. 1. 11Vgl. van de Sande Bakhuyzen a. a. Ο. S. XXXVI f..

Verschollen ist eine siebente Handschrift, die sich einst in der Bibliothek des kaiserlichen Gesandten in Venedig Don Diego Hurtado de Mendoza daselbst befand und an erster Stelle die 5 Bücher Eusebius gegen Marcell enthalten zu haben scheintVgl. C. Gesner in der Bibliotheca universalis 1545; Graux, Essai sur les origines du fonds grec de l’Escurial. 1880. S. 225. 253.363; Harnack LG I, 2, 497 van de Sande Bakhuyzen a. a. Ο. S. XXXII.. Harnack bemerkt zum Theophilus a. a. O.: »Die Handschrift soll später in die des Μ. Corvinus nach Ofen gekommen sein und ist dann wahrscheinlich von den Türken verschleppt worden. Ihr Verlust läßt sich, seitdem der Marcianus bekannt geworden, verschmerzen. Bereits von Otto (a. a. 0. S. XIX) bemerkt, daß die Handschrift »neque cum Veneto nostro neque cum Bodlejano prorsus consentit«, d. h. ihnen sehr verwandt ist. Aus Graux, Essai p. 137. 225. 253. 363. 399 ist aber zu schließen, daß sie höchst wahrscheinlich ebenfalls lediglich eine Copie des Marcianus gewesen ist; denn sie umfaßte dieselben Stücke wie dieser; es fehlt ihr nur der Antirrheticus des Gregor, der auch in der Copie des Georgias Trypho vermißt wird«.

So bleibt als einzige selbständige Überlieferung der cod. Venetus Marc. gr. 490 übrig, zu dessen weiterer Beschreibung folgendes dienen mag. Die 185 Blätter umfassende Handschrift kam aus dem Besitze des Cardinais Bessarion nach dessen Tode im Jahre 1472 in die Marcusbibliothek. Sie enthältVgl. V. Otto a. a. Ο. S. XV ff, und Graeca D. Marci Bibliotheca 1740. I, 260. 1) fol. 1a τοῦ ἐν ἁγίοις πατρὸς ἡμῶν γρηγορίου ἐπισκόπου νύσης πρὸς τὰ ἀπολιναρίου ἀντιρρητικός. 2) fol. 29b εὐσεβίου τοῦ παμφίλου τῶν κατὰ μαρκέλλου τοῦ ἀγκύρας ἐπισκόπου λόγος αݲ. 3) fol. 48a τῶ τιμιωτάτω καὶ ἀγαπητῶ συλλειτουργῶ φλακίλλω εὐσεβίος ἐν κυρίω χαίρειν (folgen die 3 Bücher de ecclesiastica theologia). 4) fol. 92a διάλεκτος ἀδαμαντίου τοῦ καὶ ὠριγένους περὶ τῆς εἰς θεὸν ὀρθῆς πίστεως κτλ. 5) fol. 125b ζαχαρίου σχολαστικοῦ χριστιανοῦ τοῦ γενομένου μετὰ ταῦτα ἐπισκόπου μιτθλήνης ὁ διάλογος ἀμμώνιος ὅτι οὐ συναΐδιος τῶ θεῶ ὁ κόσμος κτλ. 6) fol. 143a αἰνείου σοφιστοῦ διάλογος θεόφραστος ὅτι οὐκ ἔστιν ἀνθρώπων προβιοτὴ καὶ ὅτι ἀθάνατος ἡ ψυχή. 7) fol. 160b θεοφίλου πρὸς αὐτόλθκον.

Die Handschrift, die Gaisford auf das X. Jahrhundert datiert, ist von V. Otto ins XL, von Zanetti-Bongiovanni und van de Sande Bakhuyzen sogar ins XII. Jahrhundert gesetzt werden. Ein Specimen bei v. Otto zu S. XVI.

Der erste Schreiber (V*) schrieb mit gelbbrauner Tinte den ganzen Text, unter fast regelmäßiger Setzung des beweglichen ν (dagegen ist ι adseriptum selten). Er bezeichnete dabei mitunter biblische Citate durch > > , Marcellcitate durch — — am Rande; beides aber ganz unregelmäßig. Er rückte öfter, namentlich gegen Ende unseres Textes, den ersten Buchstaben einer Zeile etwas an den Rand vor; doch ist ein Princip in der so angedeuteten Einteilung nicht zu erkennenIch unterdrücke daher eine Aufzählung derartiger Stellen.. Er schrieb auch die kurzen Randnoten, die er vermutlich bereits in der Vorlage fand. Es sind dies folgende:

S. 8, 13 (der Ausgabe) ἀ(??)ρειανίζεις. 14, 2ff ABBREV, 26, 7 ἀπ’ ἀπ'ς. 52, 12ff ABBREV, ebenso 60, 1. 61, 3. 62, 5. 68, 12 (oder 69, 6?) ἀληθῶς. 70, 26f ABBREV. 71, 22f καλῶς. 12, 35 f unleserlich (ἐπιστασία υἱοῦ ? ? Gelsborn). 87, 2 ABBREV 91, 28ff ABBREV 98, 12 ABBREV. 104, 14 ABBREV 16 ἀριανΐζεις. 106, 9 ABBREV 116, 3f καλώς. 19 θείως. 117, 29 ABBREV 119,34 ἀληθῶς. 122. 9f θείως. 133, 33 ὑπ(??) 139, 6 ABBREV 31f ABBREV 154, 23 (??) 159, 27 ABBREV 160, 7 ABBREV 163, 30 περὶ πνεύματος und ABBREV 164, 2 περὶ υἱοῦ.

Er scheint endlich auch an einer ganzen Anzahl von Stellen sich selbst corrigiert zu haben (V1) Allerdings betreifen diese Verbesserungen meist nur unbedeutende Dinge, Verwechselungen von ai ε η ι εἰ oder ο ου ω, offenbare Verschreibungen und dergleichen, mit denen ich den kritischen Apparat nur selten belastet habe. Eine weitere Auswahl von Stellen, an denen erst V1 das Richtige bietet, mag hier stehnich setze dabei meist nur die uncorrigierte Lesart von V* her; nur wo es die Deutlichkeit verlangte, füge ich hinter einem Kolon die V1 hinzu:

3, 30 εὐαγγελίζεται. 7, 28 διασαφῆ? 13, 26 ἐπιβάλλον. 14, 19 ἐπεὶ: ἐπὶ (ebenso 152, 13; umgekehrt 89, 14). 19, 9 ἐπαρχηαι? 27,13 ἐντυγχάνοντες: (??) a. R. 30, 16 δὲδὲν: δὲ οὐδὲν. 41, 32 παραδήγματι? 48, 9 ἐπιδήτερ. 52, 10 ταῦττa: ταῦτα πάντα. 53, 5 κεχωρῆσθαι. 57, 25 ἰηρεμίαν. 63, 14 R τὴν ἐκκλησίαν. 68, 18 γενᾶ . κτίζει. 70,32 χώρει 71, 34 ἔχει. 86, 21 τῆς τοῦ ݲπρςݲ τῆς τοῦ ݲπρςݲ. 123, 1 ηὑροσεν. 141, 3 ݲπναݲ ݲπναݲ. 149, 3 διαλελθμμένως. 167, 22 τού.· τούτου. 170, 18 οἷς — ἐπιλέγει bis scr. 179, 30 ἄκρων?

Bei weitem das meiste der Art hat aber erst V2 corrigiert, eine jüngere Hand, die sich einer grünlich-schwarzen Tinte bedient. Ob Gaisford (vgl. oben S. XVI) ausgesprochene Vermutung richtig ist, es sei die Hand des Franciscus Turrianus, vermag ich nicht zu sagen. Die des ersten Herausgebers kann es nicht seinvgl. S. XXIII.. Richtig sagt aber Gaisford, daß die Correcturen dieses Schreibers nicht auf Vergleichung andern Manuscripts, sondern lediglich auf dem eignen Wissen zu beruhen scheinen2) Das Gegenteil behaupten v. Otto und van de Sande Bakhuyzen, der sich nur dann erklären kann, daß die zweite Hand »andere Wörter« hat Als ob erst die Holländer die Conjectur erfanden hätten! Übrigens ist seine Collation von V ungenügend (vgl. GGA 1905 S. 674 Anm. 1).. Zu seinen unzähligen Verbesserungen der von V* V1 überlieferten leichten Irrtümer und Eigenheiten brauchte er jeden- GewichtAbgesehen von S. 11, 5, wo V2 zu πρὸ τῶν a. R. zweifelnd anmerkt: ἴσως· πρῶτον. die vielen unzweifelhaft falschen Emendationen von V2, vgl. den kritischen Apparat zu S. 2, 1. 4, 29. 5, 22. 9, 10. 17, 10Füge hinzu: S. 20, 10 φωναί V* φάναι V2 a. R.. 27, 1. 34. 43, 10. 53, 26. 71, 4. 86, 33. 87, 34. 104, 11. 109, 11. 112, 1. 119,24. 123, 9. 124, 8. (125, 8.) 132, 17 (wo im krit. App. ὁ2 st. ὁ zu lesen ist). 133,22. 146,11. 150, 13. 152, 4. 155, 9. 160, 1. 171, 25. 174, 8Hinzu kommen noch im kritischen Apparat nicht notierte Stellen, wie z. B. 4, 33 (ἀγέννητον V2), 23, 25 (γεγεννῆσθαι V2, ebenso 24, 2), 131, 19 εἰδωλολατρίαν V2, ebenso 132, 34), 34), 16 (γεννώμενος V2)..

Besonders wichtig sind aber die Lücken in V* (V1) S. 54, 19. und 55, 27—29, von denen V2 die beiden letzten überhaupt nicht und die erste ganz falsch ausgefüllt hat. Hatte er wirklich einen von unabhängigen Codex zur Hand, so mußte er mindestens S. 54, 21 aus ihm herstellen können, da diese Zeilen auch im Venetus vorhanden waren und in ihm erst später durch Zufall zerstört sindVgl. Νachträge und Berichtigungen zu d. St..

Hiernach scheint es ausgeschlossen, daß V2 bei aus einer andern handschriftlichen Quelle schörfte. Aus Eigenen würde er dann aber auch die auf ihn entfallenden hinzugefügt haben, nämlich:

S. 33, 5f ὅρα τὸν εὐσέβιον ὅπως καὶ αὐτὸς ὁμολογεῖ κυρίως καὶ ἀληθῶς θεοτόκον τὴν ἁγίαν παρθένον. 64, 16f φλυαρεῖς. 86, 24f φλυαρεῖς. 87, 13ff ἀρειανὸς ἀκριβῶς εἰ, ἄθλιε. 104, 25 f ὅλον ἀσεβές. 113, 7 ff τοῦτο καλόν. 133, 12 ff ἀρειανῶν τὸ λέγειν μὴ εἶναι ἰσοτίμους τὰς γ΄ ὑποστάσεις. 160, 14 ff ποσαχῶς τὸ ἕτερον καὶ οὐ κατὰ τὰς ὑποστάσεις. 162, 29ff οὐαί σοι und καχεξιῶν (κατεξιῶν V2) πάντως τὴν δυσωδίαν ἐρεύξω. 164, 4f οὐαί σοι. 18ff ἰδοὺ καὶ τὸν (so, lies: καὶ τὸ πνεῦμα) ποίημα τοῦ πατρὸς λέγει. 20 οὐαί σοι. 22 ff ποῦ ταῦτα, θεομάχε. 171, 6f καλῶς. 175, 23ff οὐκ ὀρθῶς οὐδὲ τοῦτο ἐξηγήσω δύο θεοὺς παρησάγων (so).

Übrigens ist es namentlich bei Rasuren, aber auch in andern Fällen, nicht immer möglich zu entscheiden, ob V* sich selbst verbessert (V1) oder ob eine Correctur von der Hand V2 vorliegt. Ich habe in solchen Fällen die Sigie V c gebraucht, denke aber, daß V c = V2 sein wirdBesonders bei dem von V* fast stets gesetzten beweglichen ν muß paläographisch sehr oft zweifelhaft bleiben, ob dieses gleich von V1 (so einige Male), oder später von V2 wieder getilgt ist (so wohl meistens, vgl. V. Otto a. a. Ο.). Ich habe das ν, wo V* es hatte, stets stehn lassen. Ahnlich liegt die Sache bei οὕτως (so V* fast immer) — οὕτω. Hier möge noch eine Auswahl von Stellen folgen, an denen Vc gewirkt hat: 3, 14 μω(??) 20 τὸ(??) 4, 15 ἔνδο(??) 9, 26 ἑστῶτα(??) 13,14 ὄνομα(??)θέντος. 24, 25 ἁπάντων V* ἀπόντων Vc. 65, 26 αὐτὸ(??) 78, 14 πλά(??)σωμεν. 83, 33 ἂν εἰπεῖν V*: ἀνειπεῖν Vc. 88, 12 ἑαυτοῦ V*: ἑαυτὸ Vc. 94, 6 ἢν V*: ἢ Vc. 95, 20 ἔχρησεν V*: ἔχρισεν V c. 120, 34 βελτίω(??).

Der so aus den Händen von V* (V1) und V2 (resp. V c) Text enthält aber noch immer nicht nur eine erhebliche schwerer, zum großen Teile gewiß schon der Vorlage von Verderbnisse, sondern auch noch genug von jenen geringfügigen Versehen, die den Apparat nutzlos belasten würden. Ich trage uneorrigierten Abweichungen V’s von der Ausgabe hier zum Schluß nachNicht berücksichtigt ist dabei, daß in manchen herrscht; so findet sich γοῦν neben γ᾿ οὖν, ὡς ἂν εἰ neben ὡσανεί usw. Fehler in Accenten und Spiritus sind meist nicht angemerkt.: 3, 16 παιδαγωγ zerstört am Ende der Seite. 4, 6 αὐτὸν αὐτὸ(??) ν (2 — 3 Bb. zerstört am Ende der Columne). 57 6, 19 δυσεβείας. 9, 27 ἑστήκει. 11,9 ταῦτ’. 13,26 ἐπιγορίας (ebenso 64, 14 u. ö.). 22, 2 τόλμα. 25, 17 ὁμοιώτατος. 26, 25 ἑρμεῖ. 30, 16 προσσχῶν. 31, 11 παραχωρήσω μὲν. 38, 26 ἐπαινοῦσα. 39, 19 αὕτη, τῷ. 41,1 λέγει. 46, 14 βουλόμενος 47, 12 ὁδὸν. 21 πρόσσχες. 57, 18 ἔστα (für εἰς τὰ). 25 καὶ ε/καὶ ἐφ’ (beim Seitenwechsel). 26 ἆρ᾿. 61 ἂν εἴρηται. 64, 21 πειρᾶται πειρᾶται 66, 17 κτίστιν. 70, 28 κατασιγάση. 71, 3 ἐτεκτείνατο. 72, 13 ἀπηλλοτρίοται. 74, 14 ἐβιωνέους. 75, 6 ἀποκαλύψει (ebenso 76, 7). 8 ἐσφάλει. 35 παρασκευάσει 79, 33 ἐπαγγέλοιτο. 87, 36 ἀνθροποπαθὲς. 93, 2 δοκεῖ. 97, 17 φήσαιαν. 98, 2 ἐδόξαζεν. 99, 6 πρακταίων. 108, 1 ἑνώθη. 109, 1 μένουσαν (in einem Wort). 123,15 μωϋσέα (nur hier). 129,29 u. 31 ὅτε. 132, 20 ἠσαΐας. 137, 23 διαβεβαιοῦτο. 150, 31 διαστειλλάμενος. 151, 21 ἀλλιγορικοῦ. 167, 8 παρεσκευασκέναι.

Ausgaben

Der erste Druck der beiden Eusebiusschriften stammt aus dem Jahre 1628Eusebii Pamphilii Caesareae Palaestinae episcopi, de demonstratione evangelica libri decem. quibus accessere nondum bactenus editi nee visi contra Marcelum Ancyrae episcopum libri duo: de ecclesiastica theologia tres. omnia studio R. Μ. latine facta, notis illustrata: et indicibus loco suo necessariis locupletata. Parisiis 1628., in dem sie »mit leidlicher Sorgfalt in Bezug auf den Text, mit schlechter, ungleichmäßiger lateinischer Übersetzung, aber mit gelehrten Anmerkungen von Richard Montagu (Mo) herausgegeben wurdenZahn a. a. Ο. S. 2. Die Schreibung des Namens Montacutius schwankt nach Allibones Dictionary of English literature II s. v. zwischen Montagu, Montague und Mountagu. Die Gelehrsamkeit M.’s versagt selten, wie in der Note zu p. 37, c 7 »ἐγὼ ἐκ τοῦ πατρὸς ἐξῆλθον καὶ ἥκω] hoc ubi dictum sit a servatore, nescio etc.««. Jedenfalls war es vor allem ein nicht gewöhnliches Maß von philologischer Begabung, was Montagu zur Herstellung eines leidlichen Textes befähigte. Denn seine handschriftlichen Mittel waren durchaus nicht hervorragend. Die von GaisfordVgl. oben und Zahn a. a. O. S. 5, Anm. 3. ausgesprochene Meinung, Montagu habe den Codex Venetus selbst benutzt, ist unbegründet. Das geht aus einer Reihe von Noten Montagus aufs deutlichste hervor. Z. B. zu p. 2 (Montagus) b5 »μόνον] erat in margine ὅλον et tolerari postest« etc., V hat aber ὅλον i. Τ.; p. 4 b 1 »διδασκόμενος] in margine codicis erat διαστελλόμενος«, so V i. Τ.; p. 43 c 2 »εἰς αὐτὸν ἀσεβῶντα] satis liquet legend, εἰς αὐτὸν ἀσεβῶν τὸν«, so V i. Τ.; 53 ab »διὸ ἐπανάγει] hiatus erat in exemplari, forte sie supplendus: εἰ δέ τι γένοιτο, περὶ τῆς«, in V ist aber nach ἐπάγει noch erhalten, wenn auch fast unleserlich: λέγων (?) εἰ δέ τις περὶ usw. Montagu kann also nur eine der jüngeren Abschriften im Auge haben, wenn er Lesarten seines »exemplar« anführt (vgl. Note zu p. 52 b 8, 53 ab, 148b 10 usw.). Er hat aber gar nicht eine einzige Handschrift gehabt, sondern neben der eigentlich seinen, die sich besonders daraus müßte feststelleu lassen, daß in ihr auch das ganze Stück meiner Ausgabe S. 104, 33 (καὶ) — 105 21 (μείζων μού ἐστιν) fehlte (vgl. zu p. 110 a 10)Der Cantabrigiensis ist zu jung, um als Vorlage für den Druck gedient zu haben, vgl. oben S. XVII, und die Bodleiani enthalten beide S. 104, 33—105, 21., noch eine zweite (vgl. zu p. 94 c 7,118 b 10); und zwar war diese ein cod. Bodleianus (vgl. zu p. 149 a 3), der andere von den beiden in Oxford schon damals vorhandenen (vgl. zu p. 110 a 10). Nach dem oben über die Handschriften Gesagten ist aber klar, daß sein Text ein durchaus befriedigender selbst dann nicht geworden wäre, wenn der Druck sorgfältiger corrigiert, die Bibelstellen und Marcellfragmente reinlicher herausgestellt wären.

Dennoch begnügte man sich lange mit Montagus TextEin schlechter Nachdruck existiert von 1688, vgl. Fabricius-Harles a. a. Ο VII, 394, Zahn a. a. Ο. S. 2, Anm. 3., und einzig Christian Heinrich Georg Rettberg (Re) lieferte in seinen MarcellianaGottingae 1794. schätzenswerte Beiträge zur Textkritik, wenn auch nur auf Grund der Montaguschen Ausgabe.

Eine neue Ausgabe des ganzen Textes erschien erst wieder im Jahre 1852, und zwar von Thomas Gaisford (Ga)Vgl. oben S. XVI, Anm. 1.. Dieser stützte sich, in richtiger Erkenntnis der Sachlage, allein, oder doch so gut wie allein, auf die venezianische Handschrift, von der er eine Collation Th. Heyses besaßVgl. a. a. Ο. p. III und die Anmerkungen auf S. 105 — 107 usw. in Gaisfords Ausgabe.. Er hat infolge dessen unter Benutzung von Vorschlägen Montagus und Rettbergs und Hinzufügung einiger eigener Emendatiouen einen wesentlich besseren Text liefern können. Eine ParagrapheneinteilungLeider ist sie etwas flüchtig gemacht oder corrigiert; so fehlt in Gaisfords…

A…

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